
New Neues Frankfurt
Stadt in der Stadt – Das Fritz-Heckert-Gebiet
- New Neues Frankfurt
- Stadt in der Stadt – Das Fritz-Heckert-Gebiet
ernst-may-gesellschaft e.V.
1971 verabschiedete der Parteitag der SED ein umfassendes sozialpolitisches Programm, dessen Schwerpunkt im Wohnungsbau lag. Ziel war es, die Wohnverhältnisse für mehr als die Hälfte der Bevölkerung der DDR zu verbessern. Mithilfe industrieller Bauverfahren, insbesondere der Plattenbauweise, sollten die Voraussetzungen für eine deutlich gesteigerte Bauleistung geschaffen werden. Der sogenannte komplexe Wohnungsbau bezog dabei nicht nur den Wohnraum selbst ein, sondern auch die dazugehörige soziale Infrastruktur wie Schulen, Kindergärten, Sportanlagen, Polikliniken und Einkaufseinrichtungen.
Am 7. Oktober 1974, dem 25. Jahrestag der DDR-Gründung, wurde symbolisch der Grundstein für das Wohngebiet „Fritz Heckert“ gelegt. Bis 1990 entstanden im Süden Karl-Marx-Stadts rund 32.000 Wohnungen für etwa 92.000 Menschen, vier von zehn Kinder der Stadt wuchsen hier auf. Damit entwickelte sich eines der größten zusammenhängenden Neubaugebiete der DDR. Eine Wohnung in dem neuen Wohngebiet zu erhalten, galt für viele als 6er im Lotto.
Nach 1990 erlebten Chemnitz und damit auch das Wohngebiet „Fritz Heckert“ einen tiefgreifenden Strukturbruch. Die umfangreiche Transformation des Fritz-Heckert-Gebiets fand jedoch auch überregional und international Beachtung. Einzelne architektonische Projekte wurden ausgezeichnet oder in Fachzeitschriften vorgestellt und rückten das Wohngebiet in den Fokus städtebaulicher Diskussionen.
2003 von interessierten Bürger:innen gegründet, will die ernst-may-gesellschaft als gemeinnütziger Verein das Einzigartige des Werks der Gruppe um Ernst May sowie des Neuen Frankfurts allgemein entsprechend seinem internationalen Rang dokumentieren, erhalten und in die aktuelle Architektur- und Städtebaudiskussion einbringen.
Veranstaltungen dieser Reihe




