©Heiner BlumInterkontinentale Gärten 2.0
- Interkontinentale Gärten 2.0
Oktober 2026
interkontinentale Gärten Offenbach
Das Projekt entwickelt einen 3.000 Quadratmeter großen Hof der früheren Deutsche Post in Offenbach‐Aliceplatz zu einem demokratisch gestalteten Gemeinschaftsgarten – Reallabor der World Design Capital 2026.
Auf der 2024 prämierten Pilotedition (Großer Frankfurter Bogen‐Preis) aufbauend, engagieren sich inzwischen 300 Menschen aus 30 Nationen. Im wöchentlichen "Gartenparlament" entscheiden Anwohner:innen, Designer:innen und HfG‐Studierende gleichberechtigt über Hochbeet‐Layout, Mobiliar und Leitsystem. So wird Planung transparent und mitgestaltbar – ganz nach dem Motto Design for Democracy.
Geplant ist eine modulare, klimataugliche Infrastruktur, die flexibel im öffentlichen Raum eingesetzt werden kann. Dazu zählen mobile Hochbeete in Rollstuhlhöhe, Bambus-Schattendächer sowie ein Bauwagen als Atelier und Treffpunkt. Durch Regenwassernutzung und den Anbau heimischer wie migrantischer Nutzpflanzen verbindet das Projekt ökologische Nachhaltigkeit mit kultureller Vielfalt und schafft zugängliche Orte des gemeinsamen Gestaltens.
Das Projekt folgt einem nomadischen Prinzip: Alle Elemente sind versetzbar und können in unterschiedlichen Quartieren der Rhein-Main-Region eingesetzt werden. Open-Source-Baupläne sowie ein frei zugängliches Prozesshandbuch, das 2026 online veröffentlicht wird, ermöglichen anderen Initiativen, Kommunen und Nachbarschaften die eigenständige Adaption und Weiterentwicklung des Konzepts.
Ergänzt wird die bauliche Infrastruktur durch ein interkulturelles, niedrigschwelliges Programm. Pflanz- und Kochworkshops, Freiluftkinoformate, Baukurse mit einer inklusiven Hausmeistergruppe sowie die „School of Bamboo“ für Jugendliche – auch im Rahmen von Sozialstunden – eröffnen vielfältige Zugänge zur Teilnahme. Alle Angebote sind mehrsprachig, kostenfrei und barrierearm konzipiert und fördern Begegnung, Wissenstransfer und gemeinschaftliches Handeln.
Bis Ende 2026 sollen rund 1.000 m² Fläche entsiegelt und begrünt, 20 partizipative Design-Workshops umgesetzt und jährlich etwa fünf Tonnen CO₂ gebunden werden.
Initiator:innen des Projektes sind Jihae An und Heiner Blum. Partnerorganisationen sind die HfG Offenbach (experimentelle Raumkonzepte), das Kultur‐/Bau‐/Umwelt‐/Jugend‐/Arbeitsamt, das Jugendgericht und das Kinder‐& Jugendparlament sowie das SCAPE°, die Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach und NGOs in Schwerpunkt Klima, Nachhaltigkeit und Inklusion.
