Die Illustration zeigt ein Häuschen, das durch Aufsteller auf der linken und rechten Seite ergänzt wird.©Bea Engelmann

Wasserhäuschen und die Stadt

2026

Engelmann Gerules Riechardt GbR

Als kleine Typologie für Nahversorgung in den 1870er Jahren in Frankfurt entstanden, ist das Wasserhäuschen heute weit über seine ursprüngliche Funktion hinaus gewachsen. Als Quartiers-Wohnzimmer, Wissensspeicher und Ort der nachbarschaftlichen Verhandlung ist es eine Frankfurter Institution. Wir untersuchen diese Vielschichtigkeit: Was lässt sich von den Wasserhäuschen über städtische Räume, Fürsorge und Gemeinschaft lernen?

Wir kommen in einer interdisziplinären Projektgruppe zusammen, um uns mit Methoden aus Wissenschaft und Gestaltung dem Thema anzunähern. Dabei stehen wir in engem Austausch mit lokalen Expert:innen, etwa dem Journalist und Kunstfotograf Hubert Gloss. Unser Ansatz vereint qualitative Beobachtung, explorative Feldforschung, historische Rekonstruktion und kreative Interpretation:

  • 01 Gebabbelt – Bestand kennenlernen und auf vorhandenem Wissen aufbauen
  • 02 Hingeguggt – Methoden entwickeln und Schwerpunkte setzen
  • 03 Uffgebasst – Ergebnisse ausstellen, diskutieren und nachhaltig Verankern

Der ko-produktive Prozess und das kollektive Ergebnis soll die Vielschichtigkeit des Themas abbilden: Wie bei der Kiosk-Tüte von nebenan entsteht dabei ein vielfältiges Sammelsurium: aus Texten, Fotografien, Filmen, Karten, Gesprächen, Objekten und Kunstwerken, die zusammen ein vielstimmiges Porträt der Wasserhäuschen ergeben.

Wir wollen die die Wertschätzung für Wasserhäuschen fördern und so zur Bewahrung und Weiterentwicklung dieser Frankfurter Baukultur beitragen - als Räume der Begegnung, Aushandlung und Fürsorge im urbanen Alltag. Die Ergebnisse werden im Rahmen des “Wasserhäusje-Tag” am 12. September 2026 in Frankfurt gezeigt. Kommt vorbei und stellt Eure “Gemischte Tüte” zum “Wasserhäuschen” zusammen!


Das Projekt wurde von Hannah Gerules, Bea Engelmann und Carla Riechardt initiiert. Die drei lernten sich während ihres Architekturstudiums in Darmstadt kennen und arbeiten heute in unterschiedlichen Städten, sowie mit verschiedenen Schwerpunkten. In ihrer beruflichen Praxis beschäftigen sie sich mit Fragen von Care im städtischen Kontext sowie mit der Rolle dritter Orte.

Die Projektgruppe, bestehend aus Personen mit Perspektiven aus Kunst und Wissenschaft (etwa Urbanistik, Geschichte, Architektur, Kulturwissenschaft, Film, Design, Soziologie), arbeitet mit lokalen Akteur:innen zusammen.

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WDC 2026 | Wasserhäuschen und die Stadt